TEXTE VON CASPAR DIETHELM
Musikalische Verortung
(Diesen Text hat Caspar Diethelm wahrscheinlich Ende der 70iger Jahre aus unbekanntem Anlass entworfen.)
Caspar Diethelm versucht in seinen Werken eine ihm gemässe Aussage zu finden, ohne sich einer
bestimmten Schule oder Stilrichtung zu verpflichten. Auf der einen Seite steht eine starke
Verwurzelung in der Tradition, in der Landschaft seines Kantons, in dem er seit Geburt lebt und
wirkt, und in der Betonung einer schweizerischen Eigenart.
Notizen zu Frank Martin
(Auszug aus dem musikalischen Tagebuch von Caspar Diethelm)
„(...) Zu den wahrhaft grossen und edlen Menschen, welche ich kennengelernt habe, gehört
Frank Martin. Hochgewachsen, mit schlaksigen Bewegungen, ständig rauchend, von
beneidenswertem welschem Charme, Eleganz und Eloquenz. Auch er ein Tigergeborener,
ein Feuerkopf also, wie Beethoven oder H. W. Henze. Musik als Lava, aber auch als
rhythmische Pulsation.
Notizen zu Arthur Honegger
(Auszug aus dem musikalischen Tagebuch von Caspar Diethelm)
„(...) Sein Meisterkurs in Luzern 1952 war ganz anders, als jener von Hindemith. Dessen
virtuose technische Brillanz war nicht das Anliegen Honeggers: Er sprach über die Probleme
des Komponieres, die Stellung des Komponisten in der Zeit („Er produziert eine Sache, die
niemand will“), über die Beethoven-Manie der Konzertveranstalter, über die Notation von
Partituren (alle Instrumente seien klingend zu notieren), über Notation von Mikro-Intervallen,
kabbalistische Methoden und über die Zukunft der Musik (...).