Notizen zu Arthur Honegger (1892 - 1955)
(Auszug aus dem musikalischen Tagebuch von Caspar Diethelm)
„(...) Sein Meisterkurs in Luzern 1952 war ganz anders, als jener von Hindemith. Dessen
virtuose technische Brillanz war nicht das Anliegen Honeggers: Er sprach über die Probleme
des Komponieres, die Stellung des Komponisten in der Zeit („Er produziert eine Sache, die
niemand will“), über die Beethoven-Manie der Konzertveranstalter, über die Notation von
Partituren (alle Instrumente seien klingend zu notieren), über Notation von Mikro-Intervallen,
kabbalistische Methoden und über die Zukunft der Musik (...).
Honegger wurde für mich in vielem zum Vorbild. Vielzitierte Kernsätze von ihm waren:
„Le seul mérite d’un compositeur c’est d’être mort.“
(Der einzige Verdienst eines Komponisten besteht darin, tot zu sein.)
„La composition n’est pas un métier, mais une folie.“
(Das Komponieren ist kein Beruf, sondern eine Verrücktheit.)
Und schliesslich: „Aufgabe des Komponisten ist es, als ehrlicher Handwerker eine ehrliche
Arbeit zu liefern - nicht mehr, aber auch nicht weniger.“
„Wenn der Apfelbaum in meinem Garten nur einen kleinen verschrumpelten Apfel pro Jahr
hervorbringt, dann haue ich ihn um. Aufgabe eines Apfelbaumes ist es, viele grosse und
schöne Äpfel zu produzieren.“
(...)